Sportlerlärm mit Kinderlärm gleichsetzen

In den vergangenen Wochen hat die Diskussion über den Lärm auf Sportanlagen auch in Düsseldorf hohe Wellen geschlagen. Es kommt immer wieder zu Problemen mit Nachbarn der Sportanlagen, die sich über Lärm beschweren. Das führt dann dazu, dass sich die Vereine strengen Auflagen beugen und das Angebot für Mitglieder, auch im Kinder- und Jugendbereich, einschränken müssen.

Die beiden SPD-Bundestagskandidaten Andreas Rimkus und Philipp Tacer haben gemeinsam mit dem Landtagsabgeordneten Markus Herbert Weske, der Mitglied im Sportausschuss des Landtages ist, zu einer Diskussionsveranstaltung eingeladen. Mit über 50 Gästen wurde das Thema ausführlich diskutiert und über mögliche Lösungen baraten. "Wir wollen vom Land aus eine Bundesratsinitiative erreichen, um das Lärmproblem auf Sportplätzen zu lösen", so Weske.

Ein Schlüssel zur Lösung dieses Problems könnte darin liegen, den Sportlerlärm mit Kinderlärm gleichzusetzen, denn 2011 hat der Bundestag die Änderung des Bundesimmissionsschutzgesetzes zur Privilegierung von Kinderlärm verabschiedet, die klarstellt, dass Kinderlärm in Wohngebieten toleriert werden muss. Der Lärm von Kitas, Tagespflegestellen und Kinderspielplätzen kann damit nicht mehr als schädliche Umwelteinwirkung eingestuft werden.

Allerdings wurde der Lärm, der von Kindern und Jugendlichen von Bolzplätzen und Sportanlagen ausgeht, von CDU/FDP gegen die Stimmen der Oppositionsfraktionen im Bundestag außen vorgelassen. Damit gibt die Gesetzesänderung also keine Antwort auf die Probleme, die viele Sportvereine bei der Durchführung ihrer Sportangebote insbesondere auf wohnortnahen Sportanlagen haben.

Philipp Tacer dazu: "Wir wollen deshalb eine solche Privilegierung in die Sportanlagenlärmschutzverordnung (18.BImSchV) übertragen und die für Bolzplätze und Sportanlagen maßgeblichen Immissionsrichtwerte, die tagsüber in allgemeinen Wohngebieten, Kleinsiedlungsgebieten und reinen Wohngebieten Anwendung finden, um fünf Dezibel (A) zu erhöhen." Dies hatten auch Experten bei einer Anhörung zum Gesetz vorgeschlagen. "Nach unserer Auffassung könnte durch die Erhöhung der Richtwerte ein Großteil der Konflikte vermieden werden, ohne dabei die vom Lärm Betroffenen unverhältnismäßig zu belasten“, so Andreas Rimkus.